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Zärtliche Cousinen

Thierry Tevini und Anja Schüte
 
Thierry Tevini und Anja Schüte
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In "Zärtliche Cousinen", David Hamiltons Klassiker des erotischen Melodrams, nimmt der 14-jährige Julien seine ersten fleischlichen Sehnsüchte wahr. Wie der Titel vermuten lässt, ist das Objekt der Begierde seine eigene Cousine

In der Rückbetrachtung ist kaum vorstellbar, weshalb "Zärtliche Cousinen" bei seiner Erstaufführung im Jahr 1980 für derart viel Aufsehen sorgte. Die Vorstellung, eine Reihe spärlich bekleideter junger Mädchen durch gnadenlos weich gezeichnete Bilder zu jagen, verursacht heute allenfalls gleichgültiges Achselzucken. Damals jedoch war David Hamiltons feucht-erotischer Tagtraum Stadtgespräch.

Frankreich 1939. Der 14-jährige Julien (Thierry Tevini) verbringt den Sommer im familieneigenen Hotel in der Provence. Doch für die unbestreitbar vorhandenen landschaftlichen Reize der Gegend hat Julien wenig Sinn. Vielmehr hat es ihm seine Cousine Julia (Anja Schüte) angetan, die wiederum in den dandyhaften Charles (Jean-Yves Chatelais) verliebt ist. Charles jedoch ist Juliens älterer Schwester Claire (Elisa Servier) versprochen und Claire... nun ja, es handelt sich schließlich um einen französischen Film. Außerdem gibt es noch Julias allwissende Schwester Puone (Valérie Dumas) und ein hübsches neues Zimmermädchen, hinter der scheinbar die gesamte männliche Besetzung her ist. Der deutsche Wissenschaftler (Hannes Kaetner), dessen ambitioniertes Lebenswerk darin besteht, die menschliche Seele in Luftballons zu isolieren, darf selbstverständlich nicht fehlen.

"Zärtliche Cousinen" ist ein merkwürdig unausgewogener Film. Auf der einen Seite kann man Hamiltons Kamerastil eine unbeschwerte Leichtigkeit nicht absprechen, andererseits dominieren immer wieder Einstellungen, die den Blick eines betagten Voyeurs nahelegen. Als die erwachsenen Männer sich aufmachen, um in den Krieg zu ziehen, zeigen sich bedrohliche Risse in der Idylle. Der Film interessiert sich jedoch kaum für den Bruch, der die bis dahin lyrische Getragenheit der Geschichte zerstört. Wer sich an Hamiltons Fotografien berauschen kann, der wird sicher auch den Film genießen. Für alle anderen mag Zärtliche Cousinen ein fragwürdiges Vergnügen bleiben. Anja Schüte wurde seinerzeit als große Nachwuchshoffnung gehandelt. Leider erfüllten sich ihre Träume zumindest in filmischer Hinsicht nicht zur Gänze.

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