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Die Hure

Theresa Russell zeigt, was es wirklich bedeutet, eine "Pretty Woman" zu sein
 
Theresa Russell zeigt, was es wirklich bedeutet, eine "Pretty Woman" zu sein
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Milieudrama von Ken Russell ("Tommy") über das trostlose Leben auf dem Strich

Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bei "Pretty Woman" nicht zu fragen wagten... Nachdem Ken Russell ("Tommy") von der zuckersüßen Aschenbrödel-Romanze mit Julia Roberts offensichtlich wenig amüsiert war, drehte er nach einem Bühnenstück von David Hines seinen Gegenentwurf "Die Hure". Dort führt nicht Richard Gere die Schöne der Nacht zum Essen aus, sondern allenfalls der Zuhälter. Und der Abend endet nicht in trauter Zweisamkeit, sondern mit einer schallenden Ohrfeige.

Realitätsnähe war das oberste Gebot bei Russells düsterem Blick auf das "älteste Gewerbe der Welt". "Im Grunde wollen die Kunden keinen Sex, sondern Rache", erklärt die Prostituierte Liz (Theresa Russell, nicht verwandt mit dem Regisseur) dem Zuschauer, der sie mit diesem Film einen Tag lang durch ihr Leben begleitet.

Dabei erfährt er Liz' ganze Geschichte: Nachdem ihre Ehe zerbrach und sie ihr Kind zu Pflegeeltern geben mußte, stürzte sie ins Rotlichtmilieu ab. Jetzt verdient sie sich ihr Geld mühsam auf dem Straßenstrich. Doch wirklich Kasse macht nur der brutale Zuhälter Blake (Benjamin Mouton), der seine Pferdchen auch mal mit Schlägen zur Arbeit zwingt.

Während Liz diese Momente ihres Lebens Revue passieren läßt, freundet sie sich mit Rasta (Antonio Fargas) an und findet in ihm einen wahren Beschützer. Als die Prostituierte mal wieder vor Blakes Zugriff zu fliehen versucht, kommt es zu einer Tragödie...

Weniger spekulativ als in seinem thematisch verwandten Thriller "China Blue" geht das Regie-Enfant-terrible Russell hier zu Werke. Er bedient keinen Voyeurismus, sondern schuf eine soziologisch geprägte Strichstudie von bestürzender Offenheit. Besondere Beachtung verdient Theresa Russell ("Die schwarze Witwe"), die hier eine der besten Leistungen ihrer Karriere zeigt.

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