|
Zu einer Zeit, als ich herausgefunden hatte, dass mein Freund mich betrügt, träumte ich
Folgendes: Wir gingen im Park spazieren.
Plötzlich verschwand er. Ich suchte ihn
lange und mit wachsender Verzweiflung.
Dann stieß ich auf ein großes, flaches
Haus. Ich ging durch unzählige
Zimmer hindurch. Im hintersten Raum
fand ich ihn - mit dieser Frau, mit
der er auch in Wirklichkeit eine
Affäre hatte. Die beiden taten es vor
meinen Augen. Sie saß rittlings auf
ihm, und er war völlig hin und weg
von ihr. Genau wie ich. Ich stand wie
angewurzelt und musste ihnen einfach
zuschauen. Es war eine Qual, aber ich
war auch zu neugierig auf die Dinge,
die sie miteinander anstellten.
Franziska (26) aus Göttingen
Bewertung Dr. Michael Schredl:
Bei diesem Traum gibt es extrem
wenig zu deuten. Er spiegelt ihre
persönliche Situation beinahe eins
zu eins wider. Die Suche im Wald
ist ihre konkrete Sehnsucht, sie will
ihren Freund wiederfinden, trotz
ihrer emotionalen Verletzung. Die
Entfernung der beiden existiert ja
auch im realen Leben. Das positive
Gefühl beim Beobachten der
Geliebten des Mannes kann bedeuten,
dass sie sich ebenfalls noch
Sex mit ihrem Freund wünscht. Das
ist ein echtes Bedürfnis, im Traum
wie im Wachzustand. Ihre Neugier
ist wenig problematisch auf der nichterotischen
Seite. Sie findet die andere
Frau vor allem deswegen attraktiv,
weil diese erlebt, was sie sich selbst
wünscht: den Sex mit diesem Mann.
Gleichzeitig wünscht sie sich ähnliche
sexuelle Talente, wie die andere
Frau sie besitzt. Die kann sie als
positive Anregung annehmen.
|